– 23 – Die verpeilte Zahnfee

Die Tage plätscherten dahin, ich war wieder die überqualifizierte Praktikantin, die als größere Herausforderung dann und wann die Reste von Detmolds Hinterlassenschaften ausbaden durfte. Bis Dienstagabend ging es einigermaßen. Aber am Mittwochabend war ich sehr genervt. Vom Warten auf Donnerstag, von Stibbe, von dem immer wiederkehrenden, gleichen, blöden Thema auf der Arbeit. Meine Tochter fragte … weiterlesen

– 20 – The Fabulous Antichrist-Mess-Show – Teil 2

Der Tragödie Zweiter Akt In der Kirche saß ich fröstelnd zwischen Valerie und Gerlinde. Keine Heizung weit und breit und ich hatte nur eine dünne Jacke angezogen, weil ich mich lediglich die Wege zwischen Auto, alias Kutsche, und Wohnungen zurücklegen wähnte. Was gäbe ich nur für ein kleines wärmendes Feuerchen, Taschenwärmer, Feuerzeug, was auch immer. … weiterlesen

– 19 – The Fabulous Antichrist-Mess-Show – Teil 1

Ladies and Gentleman welcome to our Fabulous Antichrist-Mess-Show! Mit dabei: Arne: der Erwachsene, der nie eine Dummheit begehen würde. Alle seine Affären sind wohl überlegt. Gerlinde: Arnes Mutter, die Geradlinige, die es schon aus der Spur bringt, wenn jemand neben ihr hustet, der eben noch nicht erkältet war. Valerie: die genau weiß, was sie will … weiterlesen

– 16 – Bären hinter Tulpen

In zwei Tagen war Weihnachten. Übermorgen. Ein emotional aufgeladener Brauch, den zu ignorieren einem die Kinder unter Androhung der Todesstrafe verboten. Arne hatte mir schon vor Wochen angeboten, Weihnachten gemeinsam zu verbringen. Da fiel einem nichts mehr ein. Ich fühlte mich, als stünde je ein Bein auf einem Felsenvorsprung und in der Mitte klaffte ein … weiterlesen

– 15 – Schaberlach

„Schaaach?“ fragte Victor mich, nachdem der Arzt wieder aus dem Behandlungszimmer war. Die drei von der KVB waren mit dem ärztlichen Attest in der Hand verschwunden und hatten sich sogar vorher entschuldigt. Ich küsste Victor auf die Stirn. „Schar-lach, Vicky! Wir holen jetzt Medizin und dann geht‘s dir ganz schnell wieder besser.“ „Schaaa… Schaberlach!“ „Genau!“ … weiterlesen

– 13 – Rückeroberung des Raums, der Arbeit und überhaupt

Die Sache mit Detmold ließ sich schnell abkürzen. Immer dann, wenn sich das Gespräch in eine mir unerwünschte Richtung wendete, schlug ich die Beine im kurzen Rock von rechts nach links oder umgekehrt übereinander. Früher hätte Bille Schmalenberg sowas nie, nie, nie gemacht. Und ehrlich gesagt, ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass das … weiterlesen

– 12 – Bille schlägt zurück

Vielen Dank für Eure aufmunternden Worte! Per Kommentar, per SMS und persönlich. Ich bin stinkesauer auf diesen… in Comics sähe man jetzt Gewitterwolken, geballte Fäuste und Totenköpfe! Tatsächlich denke ich jetzt jeden Tag und jeden Handgriff, den ich tue, dass er mir gestohlen bleiben kann. Was bildet der sich ein, dass er einfach auf meinem … weiterlesen

– 11 – Bille braucht Eure Hilfe!

Gestern war mein Geburtstag. Achtung, falls hier jemand etwas Lustiges erwartet: Nüscht ist hier lustig! Niente, nada, garnix! Keinem hatte ich Bescheid gesagt. Wenn ich ehrlich war, wollte ich mich nicht ablenken, weil ich den Anruf von Arne nicht verpassen wollte. Ich hatte mir überlegt, dass ich ruhig, vernünftig und erwachsen erscheinen wollte. So wie Arne es immer eingefordert hatte. Schließlich war ich ja jetzt schon 36. Mit den beiden Vs hatte ich am Morgen einen Kuchen gebacken und am Nachmittag hatten wir mehr als die Hälfte davon aufgefuttert. Das Stück, das übrig war, entsprach der Menge, die Arne sonst verputzt hatte. Ich stellte den Rest in den Kühlschrank und blieb mit Valerie und Victor zuhause. Um den Anruf nicht zu verpassen. Falls er es statt auf dem Handy auf dem Festnetz probiert hätte. Erst spielten wir Uno, dann Menschärgeredichnicht, dann Uno und dann wieder Menschärgeredichnicht. Angerufen hatten die drei aus der Seelenheiltankstelle Anni, Frieda und Isabella und natürlich Sabrina, die gern vorbeigekommen wäre. Tonic rief an, aber da ging ich nicht ran. Als ich anfing mich über Menschärgeredichnicht zu ärgern, war es sechs Uhr abends und ich startete das Insbettbringprogramm für die Kinder.

Mittlerweile hatte ich zweiunddreißigtausendachthundertvierundvierzig Mal auf mein Telefon gestarrt. Nichts. Als die Kids dann endlich im Bett waren und ich meinen Geburtstag nur noch drei Stunden ertragen musste, wenn ich mich nicht sofort selbst hinlegte, öffnete ich einen Piccolo und gratulierte mir. Ich fuhr den Rechner hoch und wollte ein wenig im Netz nach seinem Namen stöbern. Das verbat ich mir dann aber doch, weil ich das Gefühl hatte, das würde mir das letzte bisschen Selbstachtung rauben. Stattdessen tummelte ich mich auf meinem Blog, um zu schauen, ob es einen neuen Kommentar gab. Folgendes fand ich:

Liebe Bille, es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Ich wünsche dir trotzdem alles Gute für dein neues Lebensjahr. Dein Arne.“

KANN MIR BITTE JEMAND SAGEN, WAS DAS SOLL?

Soll ich das positiv werten oder negativ? Ist das eine verschüchterte Kontaktaufnahme oder eine absolute Unverschämtheit auf einem öffentlichen Blog eine private Nachricht zu hinterlassen? Ist das feige oder ein mutiger Vorstoß? Ist das etwas, was ich ignorieren oder bekämpfen soll? Liebe Leserinnen, wie würdet ihr damit umgehen?

– 10 – Adventsgedöns

Ärger hatte ich bekommen. Aber was für einen. Ist es meinen Kindern am 2. Dezember aufgefallen, dass sie keinen Adventskalender hatten. Ja. Ich weiß. Unverzeihlich. Ich hatte es einfach vergessen. „Der Gott sieht alles, Mama!“ drohte mir Valerie. „Mich nicht“, murmelte ich mit tiefsitzendem, schlechten Gewissen. „Wieso dich nicht?“ „Wenn es ihn überhaupt gibt und … weiterlesen

– 9 – Wölfe und Dinosaurier im Club der einsamen Herzen

„Heute möchte Bille ein bisschen was erzählen.“ Anni lächelte mich aufmunternd an. Gar nix wollte ich. Die Nacht war ein einziger Alptraum und ich saß nur aus reinem Pflichtgefühl hier im Club der einsamen Herzen. Man könnte die Veranstaltung auch nennen Mamas am Rande des Nervenzusammenbruchs. Jeden Donnerstagmorgen schleppten sich deprimierte, frustrierte, angefressene und sonstige … weiterlesen

– 7 – Tonic und das Kaffeedate

Alles lief wieder in den Bahnen, in denen es einigermaßen erträglich war: Die Kinder hatten Knuddeleien, Liebesbekundungen und eine klitzekleine Entschuldigung für das erlittene Unrecht erhalten. Im Gegenzug boten sie Hilfe beim Aufräumen der Sauerei an, die ich aber lieber abschlug und entschuldigten sich ihrerseits. Ich kochte ihnen neuen Grießbrei, putzte die Küche und blickte … weiterlesen